
Deggendorf. „Willkommen in der Narrenburg“ stand auf dem Programm – und närrisch ging´s wirklich zu im Klosterhof. Am „Unsinnigen Donnerstag“ feierten die Senioren ihren Fasching und bewiesen schon bei der wilden Polonaise, dass Spaß und Fröhlichkeit keine Frage des Alters sind. Jupp Hertlein weiß, wie man die Maschkera auf die Beine bringt und jagte die lustig kostümierten Besucher gnadenlos durch den Saal, der bis in den hintersten Winkel aufwendig dekoriert war. Kaum hatte sich alle wieder gesetzt, stürmten die Lindancer herein und tanzten unter großem Beifall ihre anspruchsvollen Formationen. Babs Eckart als „Gardemajorin“ hatte ihre Dame gut trainiert. Die angekündigte „Büttenrede“ erwies sich als Dialog der Clubchefin mit Chat GBT: Cornelia Wohlhüter hatte bei der künstlichen Intelligenz Unterstützung für diese Faschingsrede erbeten. Da erwies sich die KI als erstaunlich feinfühliger Ghostwriter, der auf Knopfdruck erst eine rheinische Büttenrede ausspuckte, dann aber schnell umschaltete, als er erfuhr, dass seine Intelligenz in Bayern gebraucht wurde: „Ahhhh, jetzt samma dahoam. Dann gibt´s jetzt a bayrische Faschingsrede, gmiatlich, bissl frech, aber nicht bös“. So vertraulich ging´s weiter bis hinein in den Deggendorfer Kommunalwahlkampf. „Wenn Du willst, bau ich noch eine kleine Spitze gegen den Stadtrat ein. Sag´s einfach – i bin narrisch motiviert“, so die KI. Diese Erfahrung war wirklich witzig und überraschend. Sie sorgte sich sogar, ob man vorsichtig sein müsse, falls der Vorstand ganz vorne dran sitzt und vielleicht beleidigt sei. Und als sie erfuhr, dass hier der Vorstand selber spricht, die Rede also ruhig etwas frecher sein dürfe, schrieb sie “Perfekt! Eigen-Selbstironie ist die höchste Form vom Fasching“.
Den nächsten Programmpunkt übernahm die gleichfalls motivierte Singgemeinschaft. Dazu rückten die Sänger mit Josefa Rankl ein bisserl enger zusammen – und schon ging´s los. Die alten Schlager von Marina, Marina und den zwei kleinen Italienern wurde aus voller Kehle gesungen, zur Musik von Jupp. Dann stürmte die Gymnastikgruppe von Christine Weileder in den Saal und zeigte ihr abwechslungsreiches Programm, streckten Arme und Beine, wechselten Stühle und bauten schließlich sogar eine Pyramide. Wie versprochen, sang die Clubchefin wieder einmal die „Schönheitskönigin von Schneizlreuth“, so tief und ausdrucksstsark, dass einem Hören und Sehen verging. Den Refrain sang der ganze Saal lustvoll mit. Da packte Theo Sperl die Teufelsgeige und bewies, dass dies urige Instrument eine wundervolle Rhythmusmaschine sein kann. Zwischen Tanzen, Singen und Lachen blieb genug Zeit für alkoholfreie Cocktails, für Wein, Sekt und Bier, für Torten und herzhafte Schmankler, die eine holde Geisha (Albina Hopfauf) und ein Zirkusdirektor (Karola Hötzinger) kredenzten. Als rheinische Frohnatur hatte sich auch Geschäftsführerin Traute Caselitz lustig verkleidet und behielt dennoch den Überblick.