Von Gold und Silber, Milliarden und Billionen: Eine lokale Geldgeschichte

Stadtarchivar Dr. Florian Schneider (Mitte) mit dem Album von Manfred Eiberweiser (re.)

Deggendorf. Um Gold und Silber, um Notgeld und Billionen ging´s am Donnerstag im Klosterhof: Stadtarchivar Dr. Florian Schneider erzählte im Senioren-Aktiv-Club von der Geschichte der Deggendorfer Sparkasse. Die dt.  Zollunion löste 1834 das Tohuwabohu mit den unterschiedlichen Währungen und Zöllen an Brücken, Stadt- und Landesgrenzen auf. In der Folge sollten kommunale Sparkassen gegründet werden, was die Stadt Deggendorf gleich mal stolz ablehnte – wie übrigens auch Hengersberg und Plattling. Sie wurde trotzdem gegründet und führte in den ersten Jahren ein recht kümmerliches Dasein im Rathaus. Gold war die Basis aller Geldgeschäfte, Geldscheine waren sozusagen „Goldgutscheine“. Ein  Gulden wog 4 Gramm Gold, dafür bekam man zehn Mark. Nach heutigem Wert entspricht das rund 430 Euro. In den Notzeiten nach dem 1. Weltkrieg wurden Scheine gedruckt, deren aufgedruckter Wert durch nichts gedeckt war: Hyperinflation! Mit absurden Summen auf den Scheinen, die die Deggendorfer Banken gemeinsam drucken ließen. Manfred Eiberweiser hatte ein ganzes Album voller Geldscheine mit Millionen, Milliarden und Billionen dabei – mit denen man gerade mal ein Brot kaufen konnte, wenn man schnell war. Dr. Schneider erzählte ausführlich von der Geschichte der Sparkasse, die vom Alten Rathaus auf die gegenüberliegende Seite (heute Bachmeier) wanderte und dann ans Ende des Stadtplatzes, wo sie heute noch ist und über Jahrzehnte immer weiter wuchs. Herzlicher Beifall für einen spannenden, komprimierten  Vortrag über einen wichtigen Teil der Stadtgeschichte.